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BlogInternationales StiftungswesenVermögen in der Stiftung

Konzentration am österreichischen Private Banking Markt

Heute wurde offiziell verkündet, was die viel zitierten Spatzen schon viele Tage von den Dächern pfeifen, die liechtensteinische LLB kauft die Tochter der Zürcher Kantonalbank (ZKB) in Österreich.

Damit hat sich nun auch die letzte Schweizer Bank aus Österreich verabschiedet. Noch vor wenigen Jahren waren mit Vontobel, UBS, Credit Suisse und ZKB vier Schweizer Banken in Österreich aktiv. Auch deutsche Häuser wie die Deutsche Bank, Sal. Oppenheim, Berenberg und die Commerzbank waren mit Niederlassungen vor Ort in Österreich aktiv und haben Kunden betreut. Die Folge aus diesen Rückzügen ist ein Markt, der von wenigen Anbietern dominiert wird. Wie Stiftungen darauf reagieren können und welche Strategien es gibt, um die Qualität weiterhin hochzuhalten, erläutern wir auf den folgenden Zahlen.

Zu Beginn werfen wir einen Blick auf den Private Banking Markt in Österreich:

Eine Studie aus 2022 der ZEB sieht rund 83.000 potenzielle Kunden für den Private Banking Markt in Österreich mit jährlichen Wachstumsraten von 3 bis 6%. Aus den Vermögenswerten ergibt sich im österreichischen Private-Banking- und Wealth-Management-Markt unter vollständiger Kapitalisierung ein Wallet mit Ertragspotenzialen in Höhe von 1,8 Mrd. EUR. Dieses setzt sich zu gleichen Teilen aus den Private-Banking- und Wealth-Management-Kunden zusammen. Spannend ist hier insbesondere, dass ca. 50 bis 60 % der Erträge aus der klassischen Vermögensanlage stammen.

Also ein äußerst spannender und lukrativer Markt für Banken – ein expandierender Markt, der aber an Vielfalt verliert und sich auf wenige Anbieter konzentriert.

Welche Marktteilnehmer sind noch vor Ort vertreten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)?

Der österreichische Private Banking Markt wird aufgeteilt zwischen heimischen Großbanken bzw. deren Töchtern, von wenigen Privatbanken und den beiden großen Playern aus Liechtenstein.

  • Uni Credit Group
    • Schöllerbank
    • Bank Austria Private Banking
  • Raiffeisen Sektor
    • Alpenbank
    • Privat Bank
    • Kathrein Privatbank
  • Sparkassen Sektor
    • Private Banking
    • Private Banking Einheiten der Töchter des regionalen Sparkassensektors
  • Privatbanken
    • Gutmann
    • Spängler
  • Liechtensteiner Banken
    • LGT
    • LLB
  • Versicherungen
    • Grazer Wechselseitige – Schellhammer Capital
  • Regionale Banken
    • Oberbank
    • Hypo Vorarlberg
    • VKB Private Banking

Was bedeutet die Konzentration auf weniger – vor allem nationale – Anbieter für den Markt und damit für Investoren und Stiftungen?

Wenn weniger Anbieter am Markt sind, kann das für Investoren häufig Nachteile haben. Diese betreffen sowohl die Preise und die Auswahl der Produkte als auch die Innovationskraft und den Kundenservice. Im Folgenden wollen wir die wichtigsten Punkte detailliert erläutern:

  1. Weniger Innovation
    Wettbewerb ist ein entscheidender Treiber für Innovation. Wenn weniger Unternehmen im Markt aktiv sind, sinkt oft auch die Innovationskraft. Unternehmen haben weniger Druck, neue und bessere Produkte zu entwickeln, wenn sie wissen, dass die Konsumenten kaum Alternativen haben. Dies kann dazu führen, dass hauseigene Lösungen vermehrt in Ihren Depots anzufinden sind.
  2. Qualitätsverlust
    Mit weniger internationalen Wettbewerbern am Markt kann auch die Qualität der Produkte und Dienstleistungen leiden. Unternehmen haben weniger Anreize, hohe Qualitätsstandards zu halten, wenn die Konsumenten keine oder nur wenige Alternativen haben. Dies kann zu einem allgemeinen Rückgang der Produktqualität führen.
  3. Höhere Preise
    Einer der größten Nachteile für Investoren ist die Tendenz zu höheren Preisen. Weniger Anbieter bedeuten weniger Wettbewerb, was den verbleibenden Unternehmen die Möglichkeit gibt, ihre Preise zu erhöhen. In einem monopolistischen oder oligopolistischen Marktumfeld haben die Anbieter weniger Anreize, Preise niedrig zu halten, da die Konkurrenz fehlt, die sie dazu zwingt.
  4. Schlechterer Kundenservice
    Ein reduzierter Wettbewerb kann auch den Kundenservice negativ beeinflussen. Unternehmen, die eine monopolartige Stellung einnehmen, haben weniger Anreiz, ihren Kunden exzellenten Service zu bieten. Ohne die Bedrohung durch Konkurrenz können sie sich weniger um die Zufriedenheit der Konsumenten kümmern, was zu einem schlechteren Service und möglicherweise zu längeren Reaktionszeiten bei Problemen führt.
  5. Abhängigkeit und geringere Marktmacht der Konsumenten
    Wenn Konsumenten nur wenige Anbieter zur Auswahl haben, sind sie stärker von diesen abhängig. Diese Abhängigkeit verringert die Marktmacht der Konsumenten, da ihre Möglichkeit, zu einem anderen Anbieter zu wechseln, eingeschränkt ist.

Und wie soll sich eine Stiftung in diesem konzentrierten Markt verhalten?

Konzentration und die damit verbundenen negativen Folgen kann man nur durch Vielfalt und Blick über die Grenzen vermeiden. Stiftungen sollten sich schnell um neutrale Begleitung kümmern, die im Bereich Risikokontrolle, Qualitätskontrolle und Kostenkontrolle unterstützt. Neutrale Begleitung schützt die Interessen der Stiftung und kontrolliert die Qualität des Vermögensverwalters, damit die Stiftung die Leistung erhält, die in einem Markt mit Wettbewerb möglich ist.

Wie können wir Ihnen helfen?

Eine unserer Kernservices ist die Analyse und Begleitung Ihrer Investments. Objektiv beurteilen wir Ihr Anlageresultat und damit die Tätigkeit Ihres Vermögensverwalters. Wir beurteilen mittels Benchmark- und Peergroupvergleichen Ihre Ergebnisse und Kosten. So erhalten Sie die notwendige Information, wo Sie mit Ihrer Veranlagung stehen und welche Möglichkeiten es abseits des konzentrierten Marktes gibt.

Lassen Sie uns reden!